Hewlett Packard Inc./Oechsler

Forcierung des industriellen 3D-Drucks

Ausgabe-Nr.: 23/2020

Ramon Pastor, Interim President 3D Printing & Digital Manufacturing bei HP: „Die Reaktion auf die COVID-19-Krise ist ein Wendepunkt für die Branche. HP und seine Partner haben mehr als 2,3 Millionen Teile in 3D gedruckt, um die Lücken in der Lieferkette zu schließen, die lokale Produktion zu ermöglichen und Angehörigen der Gesundheitsberufe an vorderster Front zu helfen.“

Der US-amerikanische Hersteller festigt seine exponierte Marktstellung im 3D-Druck durch den Ausbau des ‚Digital Manufacturing Network‘ und die Einführung eines neuartigen Druck-Materials. Außerdem schließt das Unternehmen eine strategische Allianz mit einem in Ansbach ansässigen Anbieter für Kunststoff-Technologie, der sich seit Jahren erfolgreich im Bereich ‚Additive Manufacturing‘ behauptet. Die Partnerschaft dient der Entwicklung neuer Anwendungen und der Ausweitung der industriellen Massenproduktion von 3D-Druckteilen.

„Die Reaktion auf die COVID-19-Krise ist ein Wendepunkt für die Branche. HP und seine Partner haben mehr als 2,3 Millionen Teile in 3D gedruckt, um die Lücken in der Lieferkette zu schließen, die lokale Produktion zu ermöglichen und Angehörigen der Gesundheitsberufe an vorderster Front zu helfen. Wir treiben innovative 3D-Druckmaterialien, -Lösungen und -Partnerschaften voran, um unsere Kunden bei der Wiederaufnahme ihrer Produktion zu unterstützen“, erklärt Ramon Pastor, Interim President 3D Printing & Digital Manufacturing bei HP Inc. in Sant Cugat del Vallès bei Barcelona. Mit anderen Worten: Die Corona-Krise wirkt auf das Markt-Wachstum wie ein Katalysator.

Zur neuen Partnerschaft: Der Hersteller geht eine Allianz mit dem Ansbacher Oechsler-Konzern und dem Ludwigshafener Chemie-Unternehmen BASF ein. Die Zusammenarbeit soll die industrielle Massenproduktion von 3D-Druckteilen im Kunststoffbereich über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg forcieren. Im Fokus steht dabei die gemeinsame Entwicklung innovativer Anwendungen mit marktführenden Kunden aus der Automobilbranche, der Medizin und weiteren Industrien.

Oechsler verfügt über eine Flotte industrieller 3D-Drucker vom Typ HP Jet Fusion 5200 und jahrelange Erfahrungen in der additiven Produktion. Die beiden anderen Partner bringen ebenfalls ihr spezifisches Know-how mit ein: HP stellt die 3D-Drucker und BASF liefert neuartige sowie für additive Produktionsverfahren optimierte Kunststoffe wie das „erste nachhaltige“ Polypropylen ‚HP 3D High Reusability Polypropylen‘ oder das thermoplastische Polyurethan Ultrasint.

„Mit den fortschrittlichen Funktionen der 3D-Drucksysteme von HP und den für den 3D-Druck optimierten Materialien von BASF können wir ein Maß an Qualität, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneinsparungen bieten, das im Bereich der additiven Fertigung seinesgleichen sucht. Oechsler bringt ein tiefes Verständnis und seine branchenweit einmalige Erfahrung in Anwendungsdesign, Produktion, Nachbearbeitung sowie Automatisierung ein und stellt so eine maximale Wertschöpfung sicher“, betont Matthias Weißkopf, Senior Vice President Forschung und Entwicklung bei der Oechsler AG.

Matthias Weißkopf, Senior Vice President Forschung und Entwicklung bei Oechsler: „Mit den fortschrittlichen Funktionen der 3D-Drucksysteme von HP und den für den 3D-Druck optimierten Materialien von BASF können wir ein Maß an Qualität, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneinsparungen bieten, das im Bereich der additiven Fertigung seinesgleichen sucht.“

Die Unternehmens-Gruppe strebt eine Hersteller-unabhängige Produktions-Strategie an und möchte die Serienproduktion von 3D-Druckteilen ausbauen. Der Konzern ist seit dem Jahr 2017 im 3D-Druck für namhafte Kunden wie adidas und Porsche tätig. Inzwischen werden in diesem Geschäftsfeld mit den drei Produktionsstätten in Ansbach, Acworth (USA) und Taicang (China) rund zehn Prozent des Umsatzes erwirtschaftet. Die Süddeutschen begannen als „regionaler Handwerksbetrieb“ und wuchsen zu einem „Global Player der Kunststoffindustrie“ heran. Besonders dynamisch entwickelte sich das Unternehmen seit der Internationalisierung im Jahr 2004. Heute beschäftigt es etwa 3.100 Mitarbeiter und generiert einen Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionenbereich (2018: 430 Millionen Euro).

Zum neuen Polypropylen: Bei dem bereits erwähnten ‚HP 3D High Reusability Polypropylen‘ soll es sich um ein vielseitiges, langlebiges und chemisch beständiges Material für 3D-Drucksysteme handeln. Aufgrund dessen geringer Feuchtigkeits-Aufnahme eignet es sich beispielsweise für Rohrleitungen, Flüssigkeits-Systeme oder Behälter. Das Material wurde für die Jet-Fusion-5200-Serie entworfen und trägt zusätzlich zur Abfallreduzierung bei, indem es die Wiederverwendbarkeit von überschüssigem Pulver zu 100 Prozent ermöglicht.

Zur Erweiterung des ‚HP Digital Manufacturing Network‘: Fast Radius, ein Anbieter von Fertigungs-Technologie, tritt als neues Mitglied der globalen Gemeinschaft von HP-Produktions-Partnern bei, um mit Hilfe von HP-3D-Drucklösungen sowohl Kunststoff- als auch Metallteile in großem Maßstab produzieren zu können. Die Vereinigung besteht aus Marktteilnehmern aus Europa, Asien und den USA, die laut Aussage der Amerikaner über ein hohes Maß an Fachwissen im Bereich der additiven Fertigung, ein robustes Qualitätsmanagement, End-to-End-Fertigungsprozesse und über die Möglichkeit verfügen, eine Serienfertigung durchzuführen (-> INFO-MARKT Nr. 19/2019).

 

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