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Feedback zur Rubrik ‚Meinung‘

Ausgabe-Nr.: 10/2020

„In Ausgabe 6/2020 berichten Sie über den Einstieg der Kyocera Deutschland Vertriebsgesellschaft GmbH aus Meerbusch in das Professional Printing mit dem brandneuen Inkjet-System TASKalfa Pro 15.000c. Ist das nun eine Geschäftschance oder wird es ein Ingenieur-Denkmal“, fragt sich ein INFO-MARKT-Leser. Und weiter:

„Selbst Kyocera, dem Marktführer im Office-Printing-Segment, wird es nicht einfach gelingen, in dem voll besetzten Markt Production-Printing Fuß zu fassen. Zum einen gilt es, aus den Hausdruckereien Oce/Canon, Xerox, Konica Minolta und Riso zu verdrängen. Zum anderen den Einstieg zu den Profis in den Digital-Druck-Markt zu bekommen. Dies erfordert eine enorme Anstrengung.

Last but not least müssen die Anwender davon überzeugt werden, dass Kyocera auch High-End-Tintensysteme herstellen und stabil betreiben kann. Eine weitere Herausforderung werden Front-End-Solutions darstellen, um im professionellen Umfeld die Druckauftrags-Verwaltung, Jobsteuerung, den Workflow etc. durchzuführen.

Da der überwiegende Anteil der Umsätze über die Fachhändler von Kyocera und auch über Utax realisiert wird, die im Office-Printing alle gut unterwegs sind, aber im High-End-Segment nicht in Erscheinung treten, wird es schwierig werden, loyale Händler zu motivieren. Sofern einzelne große, oder spezialisierte Fachhändler über Kompetenzen im Professio­nal-Printing verfügen, sind die Stellplätze in diesem Bereich seit langem durch Wettbewerbs-Produkte besetzt und blockiert.

Offenbar sieht die Geschäftsführung von Kyocera diese Hürden und reflektiert dieses Problem in einem sehr moderaten Forecast. Damit das neue System nicht als Denkmal japanischer Ingenieurskunst zukünftig nur mit homöopathischen Stückzahlen vegetiert, wird eine Menge zu tun sein, um dieses Geschäft aufzubereiten.

Nach meiner Meinung wird aber der Direktvertrieb der TA Triumph Adler GmbH bei einer geeigneten Vertriebs-Unterstützung die Kunden überzeugen können. Die für diese Systeme erforderliche hohe Service-Bereitschaft kann flächendeckend nur die TA zur Verfügung stellen. Spannend werden die Erfahrungsberichte der ersten Anwender sein. Ich hoffe, der INFO-MARKT wird darüber berichten.“

Ein anderer Leser schreibt uns zum Einstieg von Kyocera in das Production-Printing-Segment „Das wird ein riesiges Abenteuer. Meine Einschätzung ist, dass es nicht nur ein Einstieg in den Production-Printing-Bereich ist, sondern auch ein Debüt in Tinte. Ob der Anwender Kyocera die entsprechende Kompetenz zutraut, sei einmal dahingestellt. Das Unternehmen hat weder bei der Tinte noch im Production Printing einen Namen. Deshalb glaube ich nicht, dass es ein Erfolg wird.

Ich habe gehört, dass sie jetzt drei Leute dafür ausbilden. Wie das mit drei Leuten deutschlandweit funktionieren soll, ist mir ein Rätsel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich funktioniert, weil denen das ganze Drumherum fehlt. Die haben keine Back-Up-Maschine. Die müssen die Leute erst einmal dazu kriegen, dass da jetzt Tinte verwendet wird. Ich bin eher skeptisch.“

Zum angestrebten Merger von Hewlett Packard und Xerox: „Wenn die jetzt die Übernahme zustande bringen, dann kann der Markt in die Hände klatschen. Die werden als Wettbewerber erst einmal komplett ausfallen. Zwei Jahre lang wird nichts Wesentliches passieren, da die Mitarbeiter in den beiden Unternehmen nur mit sich selber beschäftigt sind.“

 

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