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Feedback zur Rubrik ‚Meinung‘

Ausgabe-Nr.: 28/2020

Zu unserem Artikel „TA – Klimaneutrales Drucken“ in der Ausgabe Nr. 27/2020 erhielten wir von einem Unternehmens-Berater folgende Stellungnahme:

„Zu Ihrem Beitrag CO2-Zertifikate beziehungsweise ‚Green-Washing‘ oder nachhaltiger Umweltschutz entsteht in dieser schwierigen Zeit die Frage, ob dem Top-Management bei den Herstellern ein notwendiger Kick verliehen wird, an den großen Schrauben zu drehen, anstatt weiter nur im Kleinen zu justieren. Das gilt auch für den Umweltschutz und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks eines jeden Unternehmens.

CO2-Vermeidung muss im Vordergrund stehen, nicht die Kompensation. In Anbetracht einer realen Welt, in der täglich Gülle von Holland nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren, verklappt und berechnet wird, oder Elektroschrott von Wertstoff-Höfen der Stadt-Reinigung Monate später auf Müllhalden der dritten Welt landet (Quelle ZDF WiSo 10.08.2020), sind Maßnahmen, um ‚sauber zu drucken‘, eher Peanuts. Das hört sich nach Fridays-for-future-Öko-Romantik an. Ist aber Realität, die verändert gehört.

Die ISO-Norm 14001 ist nicht gemacht worden, um das Umwelt-Gewissen des Managements zu beruhigen, sondern sie legt, so das Umwelt-Bundesamt, die Anforderung an ein Management-System fest, mit dem eine Organisation ihre Umwelt-Leistung verbessern, rechtliche und sonstige Verpflichtungen erfüllen und Umwelt-Ziele erreichen kann. Nachhaltig planende Unternehmen haben längst gemerkt, dass Ausgleichs- und Strafzahlungen für Versäumnisse der Vergangenheit teurer werden als Umwelt-Maßnahmen heute zu implementieren.

Damit wird mehr als offensichtlich, dass die Unternehmens-Führung einen gesamtheitlichen Ansatz für alle Bereiche und Prozesse des Betriebes praktizieren muss, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. CO2-Zertifikate, die zur Neutralisierung von Emissionen aus MFP-/Druck-Systemen eingesetzt werden, decken nur einen kleinen Teil der Quellen von Klima-Belastungen der Geräte ab. Selbst wenn sich damit eine positive Wirkung erzielen lässt. Statt Geld für Kompensationen auszugeben, ist es besser, an die Ursache der Emissionen zu gehen und diese zu reduzieren! Weniger bedrucktes Papier erhält Bäume und den Regenwald. – Eine Aufforstung ist damit obsolet.

WorkForce Enterprise WF-C21000 von Epson auf Inkjet-Basis: „Offenbar wollen die Hersteller die Büchse der Pandora unbedingt weiter verschlossen halten. Als einziger Anbieter verfolgt Epson werblich einen konsequenten Weg und stellt Tinte als einzigen Ausweg dar, emissionsfrei und Energie-schonend zu drucken.“

Die MFP- und Drucker-Hersteller bieten seit über fünf Jahren diese CO2-Zertifikate an. Sie gleichen aber eher einem Ablasshandel als nachhaltigen Umwelt-Maßnahmen. Überdies sollte man erwarten können, dass die Öffentliche Hand bei der Angebots-Einholung der Reduzierung von Emissionen bei diesen Output-Systemen einen großen Stellenwert zumisst. Weit gefehlt. In den meisten Ausschreibungen wird zwar der Stromverbrauch bewertet, jedoch wird nur selten die Forderung nach CO2-Neutralität gestellt. Darüber hinaus erhalten Öko-Kriterien oft genug eine sehr geringe Bewertung und Gewichtung.

CO2-Vermeidung muss im Vordergrund stehen, nicht die Kompensation.

Die TA Triumph-Adler geht, wie in Ihrer Ausgabe Nr. 27/2020 dargestellt, konzeptionell weiter, indem alle Hardware-nahen Emissionen, inklusive Transport und Service mit bewertet werden. Aber das Unternehmen vermeidet es ebenso wie die Wettbewerber, über Emissions-Vermeidung durch weniger bedrucktes Papier zu sprechen. Offenbar wollen diese Hersteller die Büchse der Pandora unbedingt weiter verschlossen halten. Als einziger Anbieter verfolgt Epson werblich einen konsequenten Weg und stellt Tinte als einzigen Ausweg dar, emissionsfrei und Energie-schonend zu drucken.

Canon, die im letzten Jahr ihre Inkjet-Office-Systeme in den deutschen Markt einführten, betreiben nach meiner Beobachtung eine Vertriebs- und Marketing-Politik, bei der der Kunde am besten gar nicht wissen darf, dass es solche modernen und umweltschonenden Produkte in Krefeld überhaupt gibt.

Beachtenswert ist allerdings, dass weitsichtige Systemhäuser in der MFP-/Drucker-Branche zeigen, dass eine Verknüpfung zwischen Ökologie und Ökonomie zu einem nachhaltigen profitablen Geschäft führt; wie etwa Green-IT (-> INFO-MARKT Nr. 33/2019) und printvision (-> INFO-MARKT Nr. 43/2019). Diese Anbieter stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass DMS-Lösungen weit mächtiger sind als CO2-Zertifikate.

Alle Hersteller haben effiziente Software-Lösungen im Portfolio, um unnötige Drucke, Papier, Toner und Energie zu vermeiden. Ihnen ist zu empfehlen, sich an diese Kompetenz zu erinnern. Und sie sollten ihrer Verantwortung bewusst werden, ihre Anwender mit einem vollständigen Konzept für dieses Thema zu beraten. Und zwar ohne Furcht vor rückgängigen Klicks. – Die fehlen dank Home-Office sowieso!“

 

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