Digitale Industrie

Verbundprojekt Productive4.0

Ausgabe-Nr.: 16/2018

Ausbildung für den Arbeitsplatz von morgen: „Die Fabrik der Zukunft benötigt intelligente Maschinen, die sehr schnell auf neue Produktionsaufträge reagieren können. Das spart Zeit und Kosten bei den Anpassungen, Rüstvorgängen und erweitert die Nutzbarkeit der Maschinen.“

Studenten, Ingenieure und Professoren der Hochschule Stralsund arbeiten an der smarten Fabrik der Zukunft. Dort reagieren die Maschinen selbstständig auf wechselnde Auftragseingänge und passen die Produktion flexibel auf wechselnde Vorgaben an. Kern des Vorhabens ist ein neues „Mobiles wandlungsfähiges Robotersystem“. Die Maschinen lassen sich im Fabrikbetrieb nach dem ‚Legoprinzip‘ modular zusammensetzen.

 

„Die Fabrik der Zukunft benötigt intelligente Maschinen, die sehr schnell auf neue Produktionsaufträge reagieren können. Das spart Zeit und Kosten bei den Anpassungen, Rüstvorgängen und erweitert die Nutzbarkeit der Maschinen. Diese Flexibilitätszunahme stellt einen deutlichen Wettbewerbsvorteil dar“, sagt Arthur Deutschländer, Professor an der Fakultät für Maschinenbau der Hochschule Stralsund.

Seinen Forschungen liegt die Tatsache zugrunde, dass Unternehmen sich Produktinnovationen in immer kürzeren Zeitabständen und einer kundenorientierten Fertigung stellen müssen. Dabei wirkt sich der Wunsch nach Individualisierung insbesondere auf der Produktebene aus und spiegelt sich in einer rasant steigenden Produkt- und Variantenvielfalt wider. In den Werkhallen muss künftig flexibler gearbeitet werden, um komplexere Serien bis hin zur Einzelfertigung herzustellen. Deutschländer konstatiert, dass die wirtschaftliche Fertigung kleiner Stückzahlen in der heutigen Produktionstechnik eine große Herausforderung darstellt.

Mit Förderung der EU und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) legte die Hochschule Stralsund im Verbundprojekt ‚Productive4.0‘ einen Arbeitsschwerpunkt auf „Mobile Wandlungsfähige Robotersysteme“, bei denen künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Die Forscher entwickeln Roboter, die sich nach dem ‚Legoprinzip‘ mit verschiedenen Werkzeugen modular kombinieren lassen und sowohl stationär als auch mobil einsetzbar sind.

Maschinen passen sich selbständig an die verschiedenen Arbeitsaufgaben und Abläufe an

Mittels fahrerloser Transportfahrzeuge werden die Roboter an dem jeweils erforderlichen Standort der Produktion bereitgestellt und kommen dort temporär zum Einsatz. Die Maschinen passen sich dabei selbstständig an die verschiedenen Arbeitsaufgaben und Abläufe an. In Zukunft sollen sich Materialflussbewegungen und Prozessvorgänge durch die Digitalisierung zu einem Ganzen verbinden.

Im Rahmen von ‚Productive4.0‘ arbeitet die Hochschule mit dem Unternehmen Infineon sowie weiteren Partnern zusammen. Der Hersteller von Halbleitern unterstützt diesen Lösungsansatz, weil sich dadurch vielfältige Rationalisierungspotenziale erschließen lassen. So will der Zusammenschluss am Standort Dresden ‚Mobile Wandlungsfähige Robotersysteme‘ erforschen, unter industrienahen Bedingungen erproben und weiterentwickeln.

Die Hochschule Stralsund steht als einer der Akteure des Verbundprojektes unter der Federführung der Infineon Technologies AG. Mit 108 beteiligten Partnern ist Productive4.0 Europas größtes Forschungsprojekt im Bereich der digitalen Industrie. Mit seinen Innovationen will das Projektkonsortium den Weg zur Digitalisierung der Produktion ebnen und Zukunftslösungen erforschen. Elektronik-, Informations- und Kommunikationstechnologien über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg sind der Schlüssel zu einer hohen Produktionseffizienz. Die Digitalisierung wird einen wesentlichen Beitrag leisten, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen zu steigern. Das Projekt soll dabei grundlegende Werkzeuge liefern, um die Potenziale der bevorstehenden digitalen Revolution in Geschäftserfolg umzuwandeln.

 

 

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