Cloud-Security-Markt

Sicherheits-Bedürfnis gibt Auftrieb

Ausgabe-Nr.: 20/2020

Die Marktforscher der International Data Corporation (IDC) und die Analysten von Forrester haben den Cloud-Security-Markt und die führenden Hersteller genauer unter die Lupe genommen. Insgesamt befindet sich das Segment im Aufwind und verzeichnet hohe Zuwachszahlen. Denn die Cloud ist mittlerweile fester Bestandteil vieler IT-Strategien. Die Nachfrage bei Unternehmen nach adäquaten Security-Lösungen wächst. Kriminelle sehen in der Wolke ein zunehmend lukratives Angriffsziel. Daher bringen Anbieter immer mehr spezifische Sicherheits-Tools für diesen Bereich auf den Markt.

„Die Übernahme von Third Brigade im Jahr 2009 verhalf Trend Micro zu einer beherrschenden Markt-Stellung bei der Sicherheit Software-definierter Computer-Workloads. Aber auch Anbieter wie Symantec, McAfee, Cisco und Palo Alto Networks tätigen sowohl organische als auch anorganische Investitionen, um künftige Marktanteile zu gewinnen. Potenzielle Beute ist reichlich vorhanden“, geben die Analysten von IDC einen Einblick in die aktuelle Markt-Situation. Sie untersuchten die weltweiten Markt-Anteile im Bereich Cloud-Sicherheit/Software Defined Compute (SDC) Workload Security für Hybrid- und Multi-Clouds.

Im Jahr 2009 erwarb Trend Micro Third Brigade, einen Anbieter von Host-Intrusion-Prevention-Software (HIPS) und Fire­wall-Software. Ausgehend von 50 Mitarbeitern der Third Brigade hat sich das japanische Unternehmen „zum führenden Anbieter für SDC Workload-Sicherheit entwickelt“ (IDC). Mit einem Marktanteil von 35,5 Prozent und einem Umsatz von 222,1 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 dominiert es dieses Markt-Segment. Auf den weiteren Plätzen folgen Symantec (12,3 Prozent/77 Millionen US-Dollar), McAfee (11,2 Prozent/70 Millionen US-Dollar), Cisco (9,3 Prozent/58,4 Millionen US-Dollar) und Sysdig (vier Prozent/25,2 Millionen US-Dollar) (-> Grafik 1). Der Markt erwirtschaftete in 2018 ein Gesamtvolumen von 625,7 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 39,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Marktforschungs-Institut Forrester verglich die führenden Akteure hinsichtlich ihrer Portfolios und Strategien bei der Cloud-Workload-Sicherheit. In 2019 thronten Trend Micro, Mc­Afee und Bitdefender an der Spitze. Dahinter positionieren sich die Anbieter Kaspersky, Qualys, Check Point, Palo Alto Networks und CloudPassage. Symantec, Cisco, Aqua Security, Cavirin und Alert Logic werden als weitere Konkurrenten genannt (-> Grafik 2). Die Konnektivität auf der API-Ebene mit der Infrastructure-as-a-Service-Platform (IaaS) und der Platform-as-a-Service (PaaS), Container-Orchestrierung, und Laufzeit-Plattformen entschieden maßgeblich über das Abschneiden der einzelnen Unternehmen.

Denodo, ein Anbieter im Bereich der Daten-Virtualisierung, erfasste in seinem ‚Global Cloud Survey‘ wesentliche Aspekte, die die Nachfrage nach Cloud-Security-Tools beflügeln. Für die Erhebung wurden Entscheider und Experten von über 250 Unternehmen in den Wirtschafts-Räumen Nordamerika, EMEA und APAC befragt. 65 Prozent der Befragten betrachten Sicherheits- und Governance-Themen als größte Herausforderung für ihre Cloud-Strategie. Folglich treffen entsprechende Schutz-Applikationen auf vielfältige Abnehmer. Auf dem zweiten Platz folgen mit 50 Prozent Zustimmung Sorgen um ausreichende Skills für Cloud- und Multi-Cloud-Anwendungen. Platz drei nimmt die Datenintegration in der Cloud ein (43 Prozent).

Unter den Studien-Teilnehmern dominiert das Hybrid-Cloud-Modell: 42 Prozent setzen bei ihren Architekturen auf eine Kombination von On-Premises und Cloud. Weitere elf Prozent präferieren Multi-Cloud-Konzepte, in denen Clouds verschiedener Anbieter in die Architektur integriert werden. Das Zusammenspiel von mehreren Systemen erfordert besonders ausgeklügelte Security-Features, die Workloads in Gänze begleiten können. Alternativ bietet sich ebenfalls eine Vielzahl von Sicherheits-Anwendungen an, die auf den jeweils abzusichernden Bereich spezialisiert sind. Außerdem versuchen immer mehr Unternehmen, Software in Eigenregie zu entwickeln oder den eigenen Anforderungen nach anzupassen. Auch für solche Fälle bedarf es spezieller Lösungen.

 

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