3D-Druck

Beispiel für disruptive Technologie

Ausgabe-Nr.: 25/2019

(Geplanter) Einsatz von AM-Verfahren im Unternehmen

Die Produktion aus dem 3D-Druck avanciert in Deutschland zum Standard. Diese Behauptung stellt die neue Studie ‚Das Potenzial der additiven Fertigung: Digitale Technologien im Unternehmenskontext‘ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) auf. Die additive Fertigung (AM) ist in Deutschland als Hilfsmittel bei der Produkt-Entwicklung im Alltag angekommen.

„Die befragten VDI-Mitglieder sehen in AM keine Bedrohung für bestehende Geschäftsmodelle und halten es auch für wenig wahrscheinlich, dass diese gar angepasst werden müssen. Es werden eher positive Aspekte und neue Möglichkeiten für Geschäftsmodelle gesehen. Die additive Fertigung ist also in den Unternehmen angekommen und die Ingenieure wissen, damit umzugehen“, fasst der Verein Deutscher Ingenieure e. V. in Düsseldorf die zentralen Ergebnisse der Erhebung zusammen.

Rund 72 Prozent der 560 Umfrageteilnehmer setzen AM für die Fertigung von Prototypen und Pilotserien ein. Weitere 16 Prozent prognostizieren eine Anwendung innerhalb von zwei Jahren (-> Grafik 1). Über ein Drittel der Befragten arbeitet bei AM-Projekten mit externen Dienstleistern zusammen. Die Hälfte kann sich vorstellen, externe Unterstützung in den nächsten zwei Jahren zu beauftragen.

Die Fertigungs-Technologie gewinnt zunehmend an Bedeutung und ist ein Beispiel par excellence für eine potenziell disruptive Technologie. Auch bekannte Unternehmen mit Marktrelevanz, wie HP, befinden sich mit neuen Produkten und Kooperationen an der Spitze dieser Entwicklung (-> INFO-MARKT Nr. 19/2019). Bereits knapp 13 Prozent der Befragten nutzen AM in ihrem Unternehmen für die Produktion kompletter Endprodukte. Weitere 17 Prozent können sich vorstellen, dass das innerhalb der nächsten zwei Jahre der Fall sein wird. Ein Drittel der Ingenieure gibt zudem an, dass additiv gefertigte Komponenten in ihren Produkten sind, und ein weiteres Drittel nimmt an, dass das in absehbarer Zeit der Fall sein wird.

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass die Befragten die additive Fertigung nicht nur für die Produktion von Prototypen, Produktteilen oder vollständigen Produkten nutzen, sondern sie auch für die Herstellung von Fertigungswerkzeugen und Montagetools einsetzen. Über 30 Prozent bekunden, dies bereits implementiert zu haben. Insgesamt kann sich über die Hälfte die Nutzung von AM dafür konkret vorstellen. Den Nutzen von AM für das Ersatzteilmanagement haben über 20 Prozent der Teilnehmer schon in die Praxis umgesetzt. Weitere 24 Prozent sehen hier in den nächsten zwei Jahren Potenziale.

 

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