Kinnarps

Einigung in Worms

Ausgabe-Nr.: 15/2018

Kinnarps-Deutschland-Chef Sebastian Groesslhuber: „Ich bin optimistisch, dass wir die Herausforderungen meistern und die Basis für eine erfolgreiche Zukunft von Kinnarps in Deutschland schaffen.“

Der skandinavische Büromöbel-Hersteller meldet einen Etappensieg bei der Neuausrichtung seiner deutschen Tochter und der damit verbundenen Produktionsverlagerung von Worms nach Schweden. Die deutsche Vertriebsgesellschaft wird zu einer „beratungs- und lösungsorientierten Vertriebsgesellschaft“ mit 90 Vollzeit-Arbeitsplätzen umgestaltet. Sie bezieht künftig sämtliche Produkte der Gruppe aus Schweden.

 

„Ich bin optimistisch, dass wir die Herausforderungen meistern und die Basis für eine erfolgreiche Zukunft von Kinnarps in Deutschland schaffen“, sagt Sebastian Groesslhuber, Geschäftsführer der Kinnarps GmbH in Worms. Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat erzielten eine Einigung über sämtliche Punkte eines Interessenausgleichs und eines Sozialplans bezüglich der anstehenden Veränderungen.

So konnten die Aufträge für das Stauraumprogramm ‚Ordemo‘ kurz nach Pfingsten bereits in Schweden angenommen werden, wobei die Produktion des Programms in Worms erst Ende September 2018 ausläuft. Diese Entwicklung bezeichnet der Hersteller als „Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft von Kinnarps in Deutschland“.

Das Unternehmen hatte im Januar dieses Jahres mitgeteilt, den Betrieb der Kinnarps Produktions GmbH und damit den Produktionsstandort Worms bis zum Sommer zu schließen. Davon sind auch angrenzende Bereiche in der Verwaltung betroffen. Die Tochtergesellschaft wird so in Deutschland zu einer „beratungs- und lösungsorientierten Vertriebsgesellschaft“ umgestaltet, die künftig sämtliche Produkte der Kinnarps-Gruppe aus Schweden bezieht und die mit einem neuen Verwaltungsstandort mit angeschlossenem Konsolidierungslager in der Region Worms erhalten bleiben soll.

Bereits in 2014 schloss Kinnarps die Produktion in Minden

Bereits in 2014 schloss Kinnarps die Produktion in Minden und verlagerte sie in die schwedischen Standorte Jönköping und Skillingaryd. Am Standort Minden waren von der Veränderung 140 Mitarbeiter betroffen. Die Werke in Schweden zählen im Hinblick auf Effizienz und Modernität zu den Top-Werken in Europa. Kinnarps dürfte nach unserer Ansicht durchaus in der Lage sein, mit der gesamten Produktion an den schwedischen Standorten den deutschen Markt bequem mit Ware zu versorgen.

In Worms gehen nun 170 Arbeitsplätze verloren. „Das ist natürlich eine bittere Nachricht für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allerdings wird Kinnarps in Deutschland eine gute Zukunft haben, wenn wir uns im Zuge der globalen Neuausrichtung der Gruppe auf Beratung und Vertrieb von Konzepten für offene Bürolandschaften konzentrieren“, erklärte Groesslhuber zu Jahresbeginn vor der Belegschaft. Er meinte damit die gruppenweite Ausrichtung auf den Verkauf umfassender Einrichtungslösungen und der Dienstleistungen, wie etwa des Analyse-Tools für offene Bürolandschaften Next Office (-> INFO-MARKT Nr. 3/2018).

Die zukünftige Kinnarps GmbH soll 90 Vollzeit-Arbeitsplätze umfassen. Damit könne, so Groesslhuber, die momentan positive Marktsituation und das Vertrauen bestehender Fachhandels- und Endkundenpartner genutzt werden, um die gesteckten Ziele in Deutschland optimistisch anzugehen. Als wichtige Meilensteine nannte er den Umbau des Showrooms in Berlin, der Ende November mit einer Re-Opening-Party abgeschlossen werden soll, sowie die Teilnahme an der Orgatec im Oktober in Köln.

Die Suche nach einer neuen Immobilie am Standort Worms soll ebenfalls zeitnah abgeschlossen werden: „Wir prüfen zurzeit eine Option und werden selbstverständlich den Betriebsrat in die Entscheidungsfindung einbinden“, so Groesslhuber.

 

 

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