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winwin Office Network/Katun

Auf leisen Sohlen

Frank Eismann
winwin-Vorstandssprecher Frank Eismann
Die Bürowelt, sonst ein Biotop für Gerüchte und voreilige Wasserstandsmeldungen, erlebt in diesen Tagen eine Überraschung. Die winwin Office Network AG, die Organisation für Büro- und IT-Kommunikation mit ihren 90 ambitionierten Mitgliedsunternehmen, und die Katun Corporation, Hersteller von OEM-kompatiblen Verbrauchsmaterialien und des Arivia-Multifunktionsdruckers (MFP), geben eine Partnerschaft bekannt, die das Potenzial hat, den Markt gehörig durchzurütteln. Kaum zu glauben: Bis zur offiziellen Bekanntgabe auf der diesjährigen Aktionärsversammlung am 8. Mai 2025 in Bonn konnte dieser Deal unter dem sprichwörtlichen Deckel gehalten werden – bemerkenswert in einer Branche, in der sich Neuigkeiten oft schneller verbreiten als der Tonerstaub beim Patronenwechsel.
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„Die winwin agiert nun als exklusiver Partner für die Arivia-Multifunktionssysteme, die unter dem eigenen winwin-Branding vertrieben werden und damit eine attraktive Alternative zu etablierten Marken darstellen – sozusagen eine winwin-Eigenmarke“, erklärt Frank Eismann, Vorstandssprecher der winwin Office Network AG. Die gesamte Transaktion, von der ersten informellen Kontaktaufnahme bis zur endgültigen Vertragsunterzeichnung, dauerte nur sechs Monate. Marcus Hammann, Vertriebsleiter der Katun Germany GmbH, ergänzt: „In einer Branche, die nicht gerade für ihre Sprintqualitäten bekannt ist, ist dieser Abschluss innerhalb eines halben Jahres geradezu weltrekordverdächtig.“

Im Kern handelt es sich um eine strategische Erweiterung des Portfolios der winwin Office Network AG. Die Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft erhalten künftig direkten Zugriff auf die technisch ausgereiften Arivia-Multifunktionsgeräte und die dazu passenden, nachhaltigen Tonerprodukte von Katun. Frank Eismann freut sich über den Coup: „Wir sind stolz darauf, innerhalb von nur sechs Monaten eine erweiterte Verbrauchsmaterial- und Technologiepartnerschaft mit Katun geschlossen zu haben. Durch diese Kooperation kann die winwin Office Network AG mit ihren 90 Mitgliedsunternehmen und der Technologiegruppe Deutschland ihren Kunden nun einen direkten Zugang zu hochwertigen Multifunktionssystemen bieten.“

Während der Austausch von Engines zwischen verschiedenen OEMs in der Branche durchaus üblich ist, stellt die hier getroffene Vereinbarung, bei der winwin ein Produkt erhält, das vollständig unter eigenem Namen geführt und vertrieben wird, eine absolute Neuheit dar, die es in dieser Form in den letzten 80 Jahren nicht gegeben hat und die kurzfristig auch nicht von anderen Marktteilnehmern kopiert werden dürfte. Die Produktpalette umfasst insgesamt elf verschiedene Modelle, aufgeteilt in sechs Farb- und fünf Schwarzweißgeräte. Diese sind wiederum in verschiedene Ausstattungsklassen (Serie 2, 3 und 4) unterteilt, um ein breites Spektrum an Kundenbedürfnissen optimal abdecken zu können.

Konkret bedeutet dies, dass winwin eine neue Produktlinie an A3-Multifunktionsgeräten und den dazugehörigen Verbrauchsmaterialien einführt. Damit erweitert die Organisation ihr Angebot um zuverlässige, flexible und zukunftssichere Drucklösungen, die den Anforderungen eines modernen und dynamischen Geschäftsumfelds gerecht werden. Die angeschlossenen Unternehmen profitieren von einer breiten Palette an A3-MFP-Hardware, die mit ihren individuellen Bedürfnissen mitwächst und sie in jeder Phase ihrer Geschäftsentwicklung optimal unterstützt.

Besonders attraktiv für den Fachhandel dürfte der „günstige Toner-Klick“ sein. Neben einem wettbewerbsfähigen Gerätepreis legt das neue Duo großen Wert auf einen attraktiven Preis pro gedruckter Seite – konkret sind hier rund 1,2 Cent für Farbdrucke und rund 0,2 Cent für Schwarzweißdrucke bei einer Gerätegeschwindigkeit von 35 Seiten pro Minute im Gespräch. Dies soll es dem Fachhandel ermöglichen, über den Serviceanteil attraktive Margen zu generieren, was bisher in dieser Form vielleicht nicht immer möglich war. Die Geräte werden intern bereits als „winwin-Maschinen“ gehandelt, die neue Möglichkeiten für margenstarke Geschäfte eröffnen sollen.

MFP-Gerät

Ein klares Bekenntnis gibt es auch zum Vertriebsmodell: Katun setzt ausschließlich auf den indirekten Vertrieb über den Fachhandel und unterstreicht damit die Loyalität zu diesem wichtigen Partner. Ein Direktvertrieb ist ausgeschlossen. Um die Partner bestmöglich zu unterstützen, bietet das Unternehmen aktive Projektunterstützung, enge Zusammenarbeit, umfassenden Support sowie persönliche Betreuung und Schulung (sowohl vertrieblich als auch technisch) direkt vor Ort beim Fachhändler. Dies soll eine schlanke und effiziente Abwicklung gewährleisten und die Abhängigkeit von zentralen Schulungsstandorten reduzieren – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da Technikexperten oft nur schwer für längere Zeit entbehrlich sind.

Auch in puncto Preisgestaltung setzt man auf Verlässlichkeit: Die für Projekte definierten Preise sollen stabil bleiben und nicht nach kurzer Zeit erhöht werden. Erklärtes Ziel ist der gemeinsame Erfolg mit dem Fachhandel. Katun bietet den winwin-Mitgliedern persönliche Unterstützung bei Endkundenpräsentationen und begleitet den Fachhandel aktiv dabei.

Um die neuen Produkte und die Arbeitsweise des Unternehmens auf innovative Weise zu präsentieren, hat Katun einen webbasierten „Mixed Reality Room“ ins Leben gerufen. In dieser virtuellen Welt können sich interessierte Fachhändler nach Anmeldung treffen (bis zu 10–12 Teilnehmer gleichzeitig). Hier besteht die Möglichkeit, die Drucker interaktiv zu erleben, sie virtuell zu öffnen, technische Daten einzusehen und sich untereinander auszutauschen. Dieses innovative Tool soll nicht das persönliche Gespräch ersetzen, sondern eine spannende Möglichkeit bieten, die Produkte und das Unternehmen kennen zu lernen.

Frank Eismann betont: „Das Ziel dieser Allianz ist es, eine echte Alternative auf dem Markt zu schaffen, exklusive Lösungen zu präsentieren, die sich deutlich von den Angeboten anderer Organisationen abheben. Eine Möglichkeit, etablierte Technologie zu nutzen und gleichzeitig eigene Entscheidungen treffen zu können – neben den bereits existierenden Produkten anderer Hersteller. Die strategische Partnerschaft mit UTAX bleibt davon ausdrücklich unberührt und unangefochten.“ Eine zentrale Aufgabe von winwin sieht Eismann darin, andere für neue Ideen zu begeistern und etwas zu schaffen, das es in Deutschland in dieser Form noch nicht gibt – die Möglichkeit, auf einem eigenen System zu agieren und dessen Eigenschaften selbst zu definieren. In diesem Zusammenhang sieht Eismann winwin und die Technikgruppe Deutschland als einen echten Innovator und Vorreiter. Dies sei kein bloßer Anspruch, sondern das Ergebnis harter Arbeit und eine Position, die man auch in Zukunft festigen möchte.

Im traditionellen Geschäft mit kompatiblen Tonern wird Katun-Toner künftig als GS-Direct-Toner angeboten. Dies beinhaltet ein umfassendes Private Labeling und eine Personalisierung der Produkte, die speziell auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden von GS Direct zugeschnitten sind. Katun wird GS Direct mit dem gesamten bestehenden Tonerportfolio sowie relevanten Zubehörprodukten wie Resttonerbehältern und Einzugsrollen beliefern. GS Direct übernimmt die zentrale Steuerung dieses gesamten wichtigen Segments, während Katun als neuer zentraler Lieferant für alle relevanten Verbrauchsmaterialien fungiert. Die Partnerschaft mit Katun ermöglicht es GS Direct, neben den bereits bestehenden und weiterhin produzierten alternativen Tonern für UTAX, Kyocera und Triumph-Adler das Produktportfolio weiter auszubauen.

„Die Partnerschaft geht weit über eine reine Produkterweiterung hinaus. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Bekenntnis zu Innovation, Exzellenz und der Bereitstellung zukunftsweisender Technologien, die den Mitgliedern nachhaltigen Erfolg ermöglichen sollen. Dieser bemerkenswerte Schulterschluss zwischen winwin und Katun verspricht nicht nur innovative Produkte und attraktive Konditionen für den Fachhandel, sondern zeigt eindrucksvoll, wie schnell und geräuschlos zukunftsweisende Partnerschaften in der dynamischen Bürowelt entstehen können“, betont Frank Eismann.

Man darf gespannt sein, welche Impulse von dieser Allianz in den kommenden Monaten ausgehen werden.

13.05.2025

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